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Saison 2001

Die Ausgrabung 2001

2001 ging die Ausgrabung mit einer Sondierung im Raum des Hauptwalls weiter, der einer der Schlüsselstellen des gesamten Burgwalls ist. Der Wall ist durch den neuzeitlichen Einschnitt einer Straße gestört (heut zu Tage asphaltiert). Im 19. Jhdt. wurde er zu einem System terassenförmiger Stufen modifiziert, die hier vom Grundriss her bogenförmige, aus Stein gemauerte Abschlüsse hatten, im hiesigen Volksmund „Kreise“ genannt. Im 20. Jhdt. begann das ganze System der allmählichen Destruktion anheim zu fallen, die den Wall durch erhöhte Erosion gefährdet, weil die Schutzmäuerchen an einigen Stellen vollkommen verschwunden sind. Der Prozess hat sich in den letzten Jahren merklich beschleunigt.

Zweck der Rettungsaktion im Jahr 2001

Der Korpus des Hauptwalls wurde als eines der Hauptelemente in der Objektstruktur des zukünftigen archäologischen Parks ausgesucht. Vom Gesichtspunkt der Statiksicherung her stellte es sich als unerlässlich heraus, die Konstruktionselemente des Walls abzusichern und eine solche Konservierungslösung zu planen, die den Wall langfristig und zweckdienlich statisch absichern würde. Die zweite, gleichzeitige Aufgabe der

auern und anderer Konstruktionselemente, zu erfassen und auf Grund dieser Daten die Rekonstruktion eines attraktiven Elements des archäologischen Parks zu entwerfen. Beide

Aufgaben müssen mit maximaler Rücksicht auf die Erhaltung des Originalgeländes gelöst werden.

 

Auf Grund begrenzter finanzieller Mittel richteten sich die Sondierungen nur auf zwei erodierte Stufen. Hier wurden zwei Schnitte trassiert, deren Hauptzweck die

Dokumentierung der senkrechten Fläche des bloßgelegten Walls so war, dass die Höhen- und Grundriss-Zusammenstellung der Zeichnungen möglich war und man somit wenigstens eine teilweise Vorstellung von der Wallkonstruktion erhalten konnte.

Schnitt S4-2001

Der Schnitt wurde an einer höheren Position des Walls angelegt, auf einer höheren Stufe und hatte die Maße 450x100 cm. Die Tiefe des Schnitts wurde künstlich auf das Niveau –50 cm von der Plattform der Terassenstufe aus beschränkt. Das Hauptziel der Sondierung war die Dokumentierung und Bemusterung einer Schicht im Wallkörper. Der Schnitt S4 behandelte im vertikalen Sinn in einer relativen Höhe von ca –230 cm bis ca –400 cm den mittleren Teil des Walls und im horizontalen Sinn das Zentrum des Walls.

Schnitt S5-2001

Der Schnitt wurde an einer niedrigeren Position des Walls angelegt, auf der nullten Stufe, und hatte die Maße 200x100 cm. Die Tiefe des Schnitts haben wir künstlich auf das Niveau –50 cm von der Plattform der Terassenstufe beschränkt. Das Hauptziel war die Dokumentierung und Bemusterung der Bodenschicht im Wallkörper. Die Schicht S5 behandelte den Bodenteil des Walls im vertikalen Sinn in einer relativen Höhe von ca –450 cm bis ca –630 cm und im horizontalen Sinn ein Fragment des mittleren bis leicht äußeren Teils des Walls.

Ergebnisse der Sondierungen

Wallkonstruktion. Die Schnitte S4 und S5 enthüllten nur einen bestimmten Bruchteil der stratigraphischen Sequenz des Walls, was durch ihr begrenztes Ausmaß bedingt war. Eine wichtige Tatsache ist das relativ unerwartete Erfassen des Felsuntergrunds in ungefähr –630 cm Tiefe von der Wallkrone aus in Schnitt S5. Im Grund kann man es als erwiesen betrachten, dass der Wallkern aus losem Material gebildet war, das in den Schichten über dem Felsuntergrund ausser Tonstaub auch verhältnismäßig große Steine enthielt, deren Häufigkeit nach oben zu abnahm. Auf dem Felsuntergrund 5009 befand sich eine Ablagerung aus verwittertem Felsmaterial mit mikroskopisch kleinen Kohlestücken. Darauf lag die ca 50 cm dicke Schicht 5007, die eine beträchtliche Menge größerer Steine enthielt. Es folgten mehrere Schichten losen Materials vom Charakter sandig verwitterten Felshangenden (5006, 5005 und 5004). Die Ablagerung 5003 enthielt wiederum eine beträchtliche Anzahl mittelgroßer Steine, wohingegen Ablagerung 5002 erneut nur loses sandiges Material enthielt. In Schnitt S5 wurden keinerlei Anzeichen einer Kammer- oder Rostkonstruktion entdeckt, wie wir nach der Literatur voraussetzen würden.

Schnitt S4 deckte das Profil eines Fragments des mittleren Wallteils auf. An der Profilbasis dominierte Schicht 4010, die beinahe dieselbe Farbe und Textur wie Schicht 5002 hat. Über der Ablagerung 4010 befand sich eine bemerkenswerte Schichtenfolge. Hier wurde das verkohlte Brett 4007 dokumentiert, dessen Lage an die Holzelemente des Walls von Budče-Vorburg erinnert, Position Na Kašně, die A. Bartošková (1992) als Konstruktionselemente des Walls interpretiert. Einige dm über der kohlenstoffhaltigen Schicht 4007 befand sich die wichtige Ablagerung 4004. Diese hatte den Charakter eines pulverigen, ascheartigen und verbrannten Materials.

Aus Schicht 4004 stammen auch einige Keramikscherben, die man auf Grund der Verzierung und Fabrikation ins 10. Jhdt. einordnen kann. Damit ist der Wall jedoch nicht eindeutig datiert, und das aus zwei Gründen. Vor Allem ist es nicht ausgeschlossen, dass die Schicht irgendwann in der jüngeren Phase des Frühmittelalters von einem nicht näher bekannten primären Abfallplatz zum Beispiel innerhalb der besiedelten Fläche der Akropolis herangebracht worden war, als der Hauptwall noch nicht gestanden haben musste. Auf jeden Fall kann man die Gegenwart von Keramikscherben der älteren Burgstallphase als erstes Indiz zur Datierung des Walls verstehen. Zu einer definitiven Auflösung dieser Frage ist es jedoch nicht nur notwendig, die Referenzanalyse aus den Schnitten S1 und S2 von 2000 zu beenden, sondern weiteres Keramikmaterial zur Datierung aus weiteren Schichten des Walls zu erhalten.

 

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