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Geschichte der Burgstätte

Der Netolicer Burgstall wird allgemein zu den Přemysliden-Verwaltungsburgen des südböhmischen Gebiets gezählt, erbaut während des Beginns des böhmischen Staates im Lauf des 10. Jhdts. Der Burgstall gehörte zusammen mit dem alten Prácheň und Chýnov zu den Verwaltungszentren Südböhmens, erbaut in der altertümlicher Weise, die der Zeit der Steinburgen und -städte vorausging. Die Burg besaß günstige Bedingungen für den Aufschwung, besonders dank der vorteilhaften Lage an der Handelsstraße von Linz nach Prag in der relativ schwach besiedelten südböhmischen Landschaft. Die archäologische Ausgrabung bewies bisher eine intensive Besiedelung vom 10. Jhdt. bis zur Beendigung der Verwaltungsfunktion der Burg. Aus dem 12. und 13. Jhdt. verfügen wir bereits über schriftliche Angaben über die Netolicer Kastellane und die Vorburg mit der St.-Wenzels-Kirche. Zu Beginn des 12. Jhdts. (die Urkunde von 1088 entstand offenbar erst in den ersten Jahrzehnten des 12. Jhdts) haben wir ein Dokument über die Rente aus der Netolicer . Region, die dem Fürsten gehörte, ein proportionaler Anteil wurde allerdings an das Wyschehrader Kapitel abgeführt, also an die Kirche. Gegen 1253 wird in einer Urkunde Přemysl Otakars II. der Kastellan Jaroslav als Zeuge einer Rechtshandlung genannt, die auch die Privilegien des Wyschehrader Kapitels festlegte. Bald darauf aber verlor die Burg allmählich an Bedeutung, da ihr die neuen königlichen Zentren České Budějovice und die Steinburg Hluboká zu konkurrieren begannen. Das ganze Gebiet kam dann unter Verwaltung des Klosters Goldenkron. Auf der Fläche der Akropolis in der Nähe der verfallenen St.-Johannes-Kirche blieb noch für lange Zeit ein wichtiger Pfarrfriedhof. Im 19. Jhdt. wurde an der Stelle der vergessenen Burg ein Wirtshaus mit Aussichtspunkt eingerichtet, das Mitte des 20. Jhdts. aufgelöst wurde. Erst die heutige Denkmalpflege und die archäologischen Ausgrabungen ließen die Bedeutung des Burgstalls für die Öffentlichkeit wieder aufleben.

 

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